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Aktuelle Konzerte

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Jeder für sich und doch gemeinsam – Haste Töne probt virtuell

Seit bald einem Jahr hindert die Corona-Pandemie Chöre daran, regelmäßig gemeinsam zu singen. Der Delbrücker Chor Haste Töne hat Wege gefunden, den Zusammenhalt trotz aller Widrigkeiten beständig zu wahren.
Trällern im stillen Kämmerlein geht immer. Unter der Dusche sowieso. Die wahre Freude aber bringt erst das Singen in Gemeinschaft, wenn die einzelnen Stimmen in einem wohlklingenden großen Ganzen aufgehen. Corona bremst diesen Spaß leider aus – nicht aber den Chor Haste Töne.

Noten und Ablaufpläne der Proben erhalten die Mitsänger:Innen per Mail
Vor einem knappen Jahr, im April 2020, ging Haste Töne die Herausforderung ein, die Proben virtuell via der Plattform Zoom fortzuführen. Zunächst gestaltete sich das für viele Mitglieder nicht immer einfach, die Technik zu bewältigen, so bot der Vorstand jedem die Hilfe an, das System zu verstehen und es sicher nutzen zu können. Jede Woche gibt es vom Chorleiter Helmut Pieper vorab eine Info: Noten und Ablaufpläne der Proben erhalten die Mitsänger per Mail. Geprobt wird dann so: Jedes Mitglied ist stumm geschaltet, und zu hören sind nur der musikalische Leiter und sein Klavier.

Keine Abmeldungen und hohe Probenbeteiligung
So wird nun Dienstagabends nicht der Notenständer im Johanneshaus, sondern der Laptop in den eigenen vier Wänden aufgeklappt. Vorstandsvorsitzende Marion Keuer ist überaus stolz, dass diese Art der Probe so wunderbar funktioniert: „Wir verzeichnen trotz dieses schweren Jahres noch keine Abmeldungen, und die Beteiligung bei den Online-Proben ist wirklich überwältigend.“ Fast alle der 60 aktiven Mitglieder können sich jeden Dienstagabend motivieren, der Probe auf Distanz beizuwohnen.

Singen unter Zementsäcken, im Gewächshaus und auf dem Bauernhof
Im Sommer wurde der Chor kreativ, um die erlaubten Außenproben mit ausreichendem Abstand für jede Sängerin und jeden Sänger möglich zu machen. Die Chormitglieder suchten aktiv nach Außenplätzen, die sowohl den Platz für den Chor, als auch die Überdachung für eventuelle Wetterumschwünge boten. So konnte der Chor zunächst auf dem Bauernhof der Familie Franke einkehren, um umgeben von Fachwerkromantik endlich wieder 2-stimmigen Klang genießen zu können. Danach ging es weiter zum Bauzentrum Westerhorstmann, wo Chormitglied Bernhard Westerhorstmann dem Chor den Rohbau einer großen Lagerhalle zur Verfügung stellte. Dies bot endlich genügend Platz, um mit allen vier Stimmen gleichzeitig proben zu können. Der leere Baukörper und der gemeinsame Klang waren für den Chor Balsam für die Seele – endlich wieder ein Klangkörper! Mit der Fertigstellung des Baus, zog der Chor weiter. Großzügigerweise durfte der Chor das leere Gewächshaus der Familie Grundmeier nutzen und probte hier wieder 2-stimmig, bis es schließlich zu kalt wurde für Außenproben. An dieser Stelle möchte sich der gesamte Chor noch einmal für diese grandiosen Möglichkeiten bedanken – es war einfach wunderbar! 

Weihnachtsfeier und Mitgliederversammlung auf Abstand
Trotz der besonderen Zeiten wollte der Chor sich die alljährliche Weihnachtsfeier nicht nehmen lassen. Nebst einem Glühweinrezept zum Nachmachen machte der Verein sich den Adventsabend mit vielen kleine Beiträgen, gemeinsamem Singen und Austausch in Kleingruppen schön.
Eine besondere Herausforderung war auch die erste Online-Mitgliederversammlung, welche natürlich trotz Corona an der Tagesordnung stand und dem Chor eine Perspektive für weitere Projekte schuf. So plant Haste Töne im Jahr 2021, wenn es die Lage zulässt, kleine Auftritte für den Herbst und setzt ein größeres Konzert für den Frühsommer 2022 an. Bis dahin probt der Chor zunächst online weiter und freut sich schon auf die nächsten Außenproben ab dem Frühjahr/Sommer 2021. „Ich wünsche uns weiterhin Geduld, Entspanntheit und Freude. Singen ist Hobby und darauf dürfen wir uns immer freuen!“, so Chorleiter Helmut Pieper.